
Mit diesem Bericht möchte ich allen (Wind-)Hundebesitzern empfehlen, bei einer schwerwiegenden Diagnose immer eine Zweitmeinung bei einem spezialisierten Tierarzt einzuholen.
Im Februar 2009 kam Shiva in der Schweiz an und nach ca. 6 Wochen in der Pflegefamilie fand sie bei einer schon von uns platzierten Galga ihr Zuhause. Die beiden Galgo-Damen verstanden sich auf Anhieb und tobten ausgiebig auf dem grossen Grundstück der Adoptantin. Nach kurzer Zeit rief mich die Besitzerin von Shiva an und teilte mir mit, dass sie beim Rennen Atemnot bekomme und sie Shiva in einer Klinik untersuchen lassen wolle. Nach meiner Frage ob die Ärzte dort Erfahrung hätten mit Windhunden meinte sie es sei eine gute Klinik.
Dann das erschütternde Ergebnis: Shiva hätte Cardiomyopathie, eine Herzkrankheit bei der der Herzmuskel nicht richtig arbeitet und man solle die 2 jährige Shiva ab sofort schonen und mit starken Herzmedikamenten behandeln. Leider sei die Lebenserwartung bei dieser Krankheit sehr kurz. Die Besitzerin war natürlich schockiert und da sie Angst hatte (was ich auch verstand) Shiva könne bald sterben bot ich ihr an, Shiva zurück zu nehmen und als unvermittelbar in mein Rudel zu integrieren.
Somit kam Shiva im Mai zu mir und ich beschloss, mir selber noch ein Bild von ihren Beschwerden zu machen, bevor ich ihr die Herzmedikamente gab. Sie bekam lediglich ein herzstärkendes homöopathisches Mittel (Cranolin) ins Fressen. Da ich eine etwa gleichaltrige Galgo-Hündin besitze, schloss sich Shiva dieser sehr schnell an und die beiden begannen rumzutoben wie die Wilden – und das tagtäglich auf allen Spaziergängen. Immer wieder sagte ich zu Shiva: Sei nicht so wild du bist doch schwer herzkrank!
Der Zufall wollte es, dass ich am 13.8. mit Esther M. am Telefon über Shivas Schicksal sprach und da meinte sie schon, sie könne sich nicht vorstellen, dass Shiva anhand von meinen Erzählungen an dieser Krankheit leiden könne. Sie besprach das Ganze mit ihrem Mann Patrick B., der Tierarzt ist (beide besitzen selber mehrere spanische Galgos). Am Abend riefen sie mich wieder an und rieten mir, unbedingt bei einem Ultraschall Spezialisten eine zweite Untersuchung zu machen und boten mir gleichzeitig an, diese doch kostspielige Untersuchung für Shiva zu spenden. Dankend nahm ich dieses tolle Angebot an und fuhr am 17.8. mit ihr zu dem empfohlenen Ultraschall-Spezialisten Dr. Gardelle in die Tierklinik AW. Er untersuchte Shiva gründlic und machte viele Ultraschall-Aufnahmen, um mir dann endlich das erlösende Ergebnis mitzuteilen: Shiva ist gesund! Sie hat lediglich ein etwas grösseres “Sportlerherz”, wie das bei vielen Windhunden der Fall ist.
Es ist einfach traurig, und Shiva ist sicher kein Einzelfall, dass immer wieder Fehldiagnosen gestellt werden, falsch therapiert und im schlimmsten Fall sogar eingeschläfert wird. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei Esther und Patrick für die Spende der Untersuchung bedanken und hoffe, dass Shiva nun als gesunder Hund ein schönes Zuhause finden wird.
Diana Hänggi
VERMITTELT!